Man nennt sie Eintagsküken...

...Küken, die nicht älter als einen Tag sind. Viele von ihnen werden auch nicht älter: sie werden gleich an ihrem ersten Lebenstag getötet. Weil sie männlich sind und keine Eier legen können.

Wenn Hühnerküken in den industriellen Brütereibetrieben schlüpfen, sortieren die Angestellten das flaumige Gewusel nach männlich und weiblich - die Küken werden "gesext", wie man sagt. Die Hennen werden in Kartons verpackt und an Aufzuchtbetriebe verschickt. Die Hähne dagegen wandern über eine Stahlrutsche direkt dem sicheren Tod entgegen.

Schuld ist die Spezialisierung in der industriellen Geflügelzucht. Es gibt bestimmt Züchtungen: Masthühner, die viel Fleisch ansetzen und Legehennen, die besonders viele Eier legen. Die männlichen Küken bei den Legehennenrassen haben also keinen wirtschaftlichen Wert. Deswegen werden die männlichen Tiere getötet.
Die Hälfte aller geschlüpften Küken sind naturgemäß männlich und damit unerwünscht. Sie zu mästen lohnt sich nicht, da sie nur sehr langsam Fleisch ansetzen. Für die Mast gibt es andere, spezialisierte Züchtungen, die Masthühner. Bei ihnen werden beide Geschlechter gemästet und später geschlachtet. Die Praxis, männliche Küken zu töten, ist keine Ausnahme: über 40 Millionen Tiere sind jedes Jahr in Deutschland dem Tod geweiht, etwa 2,5 Milliarden weltweit. Die Küken werden entweder in einer Art Häckselmaschine mit scharfen Messern zerkleinert oder mit Kohlendioxid erstickt.

Erst nach dem Sortieren in männlich und weiblich entscheidet sich, ob eine Henne in die Käfighaltung kommt oder eine Bio-Henne aus ihr wird. Auch einige Biobetriebe kaufen Legehennen bei den Zuchtbetrieben ein; die Biohöfe können sich dem System also nicht immer entziehen.
"Es gibt derzeit keine Alternativen am Markt", sagt Gerald Wehde, Pressesprecher des ökologischen Anbauverbands Bioland. "Wir können nur versuchen, das Problem etwas zu entschärfen."
Und das wird mit einer stetig wachsenden Zahl von "Bruderhahn-Initiativen" stark vorangetrieben (z.B. Ei²-Projekt, haehnlein Eier, BID).
Allen gemeinsam ist der Grundgedanke, die Brüder der Legehennen durch einen ca. 4 Cent höheren Verkaufspreis pro Ei aufzuziehen und zu mästen - auch wenn die Hähne bei bei weitem nicht so viel Fleisch ansetzten wie die Masthühner. Auch die Unterstützung der Forschung hin zu einer Zweinutzungsrasse, die sowohl Fleischansatz als auch Legeleistung bringt, wird durch diesen Aufpreis unterstützt.
Eine engagierte Gemeinschaft von Produzenten, wie z.B. der Babynahrung Hersteller Holle Babyfood, verarbeiten das Bruderhähne-Fleisch in ihren Produkten.

Auch wir als Einzelhändler möchten die Initiativen unterstützen. So verkaufen wir Eier vom Hof Wörme, Mitglied der BID (Bruderhahn Initiative Deutschland), der viele Bioland und demeter Höfe bereits angeschlossen sind. Und auch die Baby-Gläschen von Holle bieten wir uns unseren Filialen an.

Mit Ihrem Kauf der Bruderhahn-Eier helfen Sie dabei, das nutzlose Töten der Hähne zu verhindern und die Forschung an einer Zweinutzungsrasse voran zu treiben. 

 


Quelle + Foto:

(1) in Anlehnung an http://www.dw.de/die-schattenseiten-der-eierproduktion/a-17015304 (Zugriff 30.04.2015)

 

 
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