Kartoffeln

Ursprünglich stammt die Kartoffel aus Peru: schon die Inkas nutzen sie als Hauptnahrungsmittel. Nach Europa kam sie erst durch die Seefahrer Mitte des 16. Jahrhunderts, doch essen wollte die ungewohnte Frucht kaum jemand. Erst der sogenannte "Kartoffelbefehl" von Friedrich dem Großen im 18. Jahrhundert sowie schwere Hungersnöte infolge von Getreidemissernten und Kriegen brachten der Kartoffel schließlich den Durchbruch zum heutigen Grundnahrungsmittel.

Die Zahl der verschiedenen Kartoffelsorten wird auf etwa 5000 geschätzt, 150-200 davon sind von wirtschaftlicher Bedeutung. In Deutschland sind vom Bundessortenamt 206 Sorten für den Anbau zugelassen.

Gesundheit

Kartoffeln sind eine fettarme Mineralstoffquelle. Sie liefern Kalium, Magnesium und Eisen sowie nennenswerte Mengen an Vitamin C, B1, B2 und B6. Ihr Eiweiß ist sehr hochwertig und in Kombination mit Milch oder Eiern übersteigt es die Wertigkeit von Eiweiß auf Fleisch um ein Weites. Ansonsten besteht die Kartoffel zu ca. 75% aus Wasser und ca. 16% aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten in Form von Stärke.

Nährwerte

öKJ/ kcal: 290 KJ / 69 kcal
Kohlenhydrate: 14,8 g
Proteine: 2 g
Fett: 0,1 g
Wasser: 77,8 g

Vitamine
Niacin: 1,2 mg
Vitamin A: 1 µg
Vitamin B1: 0,1 mg
Vitamin B2: 0,05 mg
Vitamin B6: 0,3 mg
Vitamin C: 17 mg
Vitamin E: 0,05 mg

Mineralstoffe

Calcium: 6 mg
Eisen: 0,4 mg
Kalium: 411 mg
Magnesium: 20 mg
Natrium: 3 mg
Phosphor: 50 mg

Lagerung

Die Knollen sind möglichst dunkel in einer Papiertüte kühl zu lagern. Vorsicht wenn sich grüne Stellen oder Keime bilden: sie enthalten giftige Solanine. Daher grüne Stellen und und Kartoffelaugen immer großzügig wegschneiden.
Leichte Vergiftungen äußern sich so: kratzendes Gefühl im Hals, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Erbrechen.
Konventionelle Kartoffelhändler verwenden bei der Lagerung pulverförmige und flüssige Herbizide und unterdrücken damit das natürliche Auskeimen der Kartoffel. Die Mittel sind keineswegs harmlos und gehen zu einem kleinen Teil von der Schale ins Fruchtfleisch über. Eventuelle Rückstände von Keimhemmungsmitteln vermeiden Sie, wenn Sie Kartoffeln aus der Produktion der traditionellen Bioverbände kaufen, denn sie verbieten ihren Mitgliedern die Benutzung solcher Mittel. Aber auch nach den EU-Bio-Richtlinien dürfen für Kartoffeln aus ökologischem Anbau keine Keimhemmer benutzt werden.

Zubereitung

Diese tolle Knolle glänzt nicht nur pur, sondern macht sich auch hervorragend in Gratins, Knödeln, Gnocci, Eintöpfen oder als saftige Brotzutat. 
Um Nährstoffverlusten bei der Zubereitung zu reduzieren, sollte die tolle Knolle stets mit Schale gekocht und anschließend gepellt (bei jungen Kartoffeln auch mitgegessen) werden - denn wie so häufig sitzen auch bei ihr die meisten Nährstoffe direkt unter der Schale.

Festkochende Sorten wie Linda, Hansa, Nicola und Siglinde springen beim Kochen auf und sind eignen sich besonders für Kartoffelsalat, Salz-, Pell-, Bratkartoffeln.

Vorwiegend festkochende Sorten sind zum Beispiel Marbel, Granola, Rosy. Sie lassen sich prima zu Pellkartoffeln, Rösti, Gnocci und Schupfnudeln verarbeiten.

Mit mehlig kochenden Kartoffeln wie Adretta, Freya, Aula oder Karlena gelingen Kartoffelpuffer, Püree, Knödel, Suppen oder Eintopfgerichte besonders gut.

 

In unserer Rubrik Rezepte finden Sie Anregungen, was sie mit diesem vielseitigen Gemüse alles anstellen können.

 
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